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Nächstes Schlosskonzert am 2. Juli


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuer Vorstand

 

Beim Schlossverein Mirow gibt es zwei neue Gesichter im Vorstand: Axel Chudy, der Kämmerer des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, ist jetzt mit dabei wie auch der Historiker Marco Zabel, neuer Leiter des Fritz-Reuter-Literaturmuseums in Stavenhagen. Vorsitzender bleibt Henry Tesch, der Direktor des Carolinums. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau. Zum Vorstand gehören außerdem wie bisher Edeltraud Grubert, Marianne Kratzer und Angelika Groh. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Heide Thal, die den Verein einst mit gründete und eine Zeit lang auch Vorsitzende war, sowie Frank Pergande.

Auf seiner Mitgliederversammlung am 21. Dezember im 3Könniginnenpalais beschloss der Verein, das XV. Internationale Festival der Künste vom 11. bis 17. September auszurichten. Außerdem soll im Sommer die Reihe der Schlosskonzerte fortgesetzt werden. Premiere war im vergangenen Jahr mit dem Barockensemble „Dianthus“, zu dem auch die in Neustrelitz aufgewachsene Johanna Bartz gehört.

 

Viel Beifall für das erstes Konzert im Festsaal des Schlosses

 

Im normalen Leben sind die Musikerinnen des "Dianthus"-Ensembles junge charmante, polyglotte Frauen. Auf der Bühne aber versenken sie sich in weit entfernte Zeiten - in die Musik des 18. Jahrhunderts. Außer einem Telemann stammten alle anderen Stücke des vom Schlossverein organisierten Konzerts am 18. Juli im Festsaal des Schlosses von unbekannteren Komponisten. Von Christoph Graupner, der sich einst neben Bach für die Stelle des Thomaskantors in Leipzig beworben hatte, Johann Joachim Quantz, dem Flötenlehrer von Friedrich dem Großen, und Johann Gottlieb Goldberg, nach dem Bachs berühmte Goldberg-Variationen benannt sind.

Es gab besonders schöne Momente, etwa als Flötistin Johanna Bartz die Echo-Stimme in dem Graupner-Stück vom Nebenraum des Festsaals herüberklingen ließ. Oder als die aus Spanien stammende Maria Busqué mit Kastagnetten des 18. Jahrhunderts klapperte. Johanna Bartz erzählte ein paar nette und bildende Anekdoten aus der Musikgeschichte. Der laue Sommerabend tat ein Übriges, die Stimmung sehr zu heben. Ein wundervolles Erlebnis, viel Beifall.

Wir empfehlen "Dianthus" gern weiter. Informiationen über die Musikerinnen gibt es hier.

Dianthus ist übrigens die Nelke, zu finden auch im Mirower Schloss auf der Tapete im Streublumenzimmer.

 

Das Mirower Schloss ist eröffnet


Kurz nach 11 Uhr öffneten sich am Samstag, 7. Juni 2014, nach jahrelanger Bauzeit die Pforten des Schlosses. Es waren die Mirower Grundschulkinder, welche die ersten Besucher begrüßten. Der Andrang war groß, das Wetter so schön wie in diesem Jahr überhaupt noch nicht. Am Ende hatten 3000 Gäste das Schloss besucht, mehr als 6000 waren auf der Insel unterwegs.

Viele von ihnen kamen auch zu uns ins Unteren Schloss. Wir hatten ein kleines Café unter schattenspendendem Zelt aufgebaut. Die gewaltigen Kuchenvorräte waren so schnell weg, dass wir selbst aus dem Staunen (und Schwitzen) nicht mehr herauskamen. Um 15.30 Uhr wurde auf dem Hof des Unteren Schlosses auf die Eröffnung des Obere angestossen.

Auf der Bühne im neu erstandenen Schlossgarten gab es in brütender Hitze ein tolles Programm, unter anderem mit dem Mirower Männerchor, der Niederdeutschen Bühne Neubrandenburg, der Tanzgruppe "Passi nel tempo" und historischen Figuren wie Dörchläuchting (gespielt von Johannes Stelzhammer), der Küchenmagd (Marion Suri), Friedrich II. (Christian Arnold Krüger)), Charlotte (Susanne Groß), Elisabeth Albertine (Rita Sentner) und der Inselkrähe (Susanne Groß).

Die Texte für diesen Figuren hatten Frank Pergande vom Schlossverein und Friederike Drinkuth, die Kuratorin des Schlosses, gemeinsam geschrieben. Stelzenläufer in Barockkostümen waren unterwegs und wurden gern fotografiert. Und selbst die Betreuerin der vielen Spiele im Schlossgarten erschien als aparte barocke Schönheit. Auch sonst gab es viel zu sehen. Die Stickerinnen zeigten, wie die Sticktapete im Schloss, eine weltweit einmalige Rekonstruktion der einst von Elisabeth Albertine geschaffenen, entstand. Die Stiftung Mecklenburg, deren Stiftungsrat unser Vereinsvorsitzender ist, war mit einem Stand vertreten, ebenso die Schlösserverwaltung. 3 Königinnenpalais, Kirchturm, Gruft und die historische Eisförderanlage hatten geöffnet. Was für ein Fest! Der Tag endete furios mit einem Konzert der Mecklenburgischen Staatskapelle, dem Besten - so jedenfalls Finanzministerin Heike Polzin (SPD) - was die Schweriner an so einem Festtag den Strelitzern widmen konnten. Allen Helfern aus dem Verein vielen Dank. Unser Dank gilt auch den Kuchenspendern: Sie haben alles gegeben. Zu danken ist dem Land Mecklenburg-Vorpommern, das dieses Wunder möglich machte. Das Land hatte das Schlossensemble Mirow 1991 übernommen und seit 1994 in die Gebäude und den Park etwa 17 Millionen Euro investiert. Davon entfallen 12 Millionen Euro auf die bauliche Herrichtung, Restaurierung und museale Ausstattung des Schlosses. Erste Baumaßnahmen an der äußeren Hülle des Schlosses begannen 1994.Seit Herbst 2005 wurden die Innenräume des Schlosses wieder hergestellt. Der erste Bauabschnitt umfasste die Restaurierung der Eingangshalle, der Treppenhäuser und des Festsaales, welcher im April 2009 weitestgehend fertig gestellt war. Im Frühjahr 2008 begannen die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts der Innensanierung. Im Mittelpunkt standen die Restaurierungsarbeiten der kostbaren Raumausstattungen und die Erschließung für eine museale Nutzung. In dieser Bauphase kamen sehr unterschiedliche, hoch spezialisierte Gewerke und Restauratoren zum Einsatz, wie Stuckateure, Vergolder, Stickerinnen, Seidenmanufakturen, Glaskünstler für die Kronleuchter, Holzbildhauer für Schnitzwerk und Gemälderestauratoren.


 

Bauhistorisches Gutachten übergeben

 

Das vom Residenzschlossverein Mirow vor einiger Zeit in Auftrag gegebenen bauhistorische Gutachten über das Untere Schloss liegt vor. Der Schweriner Bauforscher Tilo Schöfbeck übergab es am Montag, 19. Mai 2014, in Mirow dem Vorsitzenden des Vereins Henry Tesch.

Tesch sagte: „Wir haben für die Übergabe einen ganz besonderen Tag ausgewählt. Am 19. Mai 1744, vor genau 270 Jahren also, wurde Königin Charlotte von England im Unteren Schloss in Mirow geboren.“

Schöfbeck sagte, er hoffe, dass das bauhistorische Gutachten dabei helfen könne, für das Untere Schloss den richtigen Investor zu finden und die Restaurierung des Gebäudes zu unterstützen.

Schöfbeck hatte das Gutachten gemeinsam mit dem Schweriner Bauhistoriker Matthias Zahn erarbeitet. Zahn untersuchte die Putzschichten des Gebäudes, Schöfbeck das Holz im Dachstuhl und im Fachwerk des „Rotdornhauses“. Ziel war es herauszufinden, inwieweit im Unteren Schloss noch der Vorgängerbau steckt, das Geburtshaus der späteren englischen Königin Sophie Charlotte (1744-1818).

Die wichtigsten Erkenntnisse des Gutachtens sind folgende:

- Das Schloss wurde nach dem Brand 1848 im Eiltempo wiederhergestellt. Dabei wurde das Innere komplett neu gebaut. Außerdem gab es eingreifende Veränderungen in der Außengestalt.

- Das barocke Nebengebäude (Rotdornhaus) konnte mittels Dendrochronologie eindeutig auf 1736 datiert werden. Damals wurde auch das Schloss von Christoph Julius Löwe errichtet. Möglicherweise können Parallelen zum Schloss in Fürstenberg, einem anderen Löwe-Bau, gezogen werden. Dazu sind weitere Untersuchungen notwendig.

- Überlieferte Darstellungen des Zustandes vor dem Brand zeigen ein repräsentatives Gebäude mit Mansarde, also einem dritten nutzbaren Geschoß.

- Die höfische Nutzung lässt sich aus den Raumdimensionen und den wenigen erhaltenen Nutzungsspuren erschließen.

- Für das farbige Erscheinungsbild des Schlosses gibt es gut erhaltene restauratorische Befunde. Ursprünglich trug die Außenwand des Schlosses einen verriebenen rötlichen Verputz und weiß gefassten Putz auf den Schmuckelementen wie den Pilastern. Nach dem Brand 1848 erhielt das Gebäude eine feine graue Farbfassung unter Durchscheinen der Mauerwerksstruktur. Der heutige Putz stammt aus dem 20. Jahrhundert und ist dem Gebäudecharakter sehr abträglich.

Die Finanzierung des Gutachtens wurde vom Verein getragen. Geholfen haben der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, der Stadt Mirow, das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte und die Wobau Mirow.

Das Untere Schloss, in dem sich viele Jahre lang eine Schule befand und das derzeit leer steht, ist im Besitz der Stadt Mirow. Gebäude und Grundstück stehen zum Verkauf.

Das vollständige Gutachten können Sie hier und hier ansehen.